GA - Gent

Es geht los. Nach Monaten der Planung ist der Tag der Abreise endlich gekommen. Die letzten Tage der Anspannung mit letzten Erledigungen, Vorbereitungen und Packen sind vorüber; alles im grünen Bereich.

Nach einem Blick auf das Wettersatellitenbild hatte ich beschlossen, erst um die Mittagszeit loszufahren, weil dann die Strecke nach Gent voraussichtlich ohne Regen zu meistern ist. Das war ein guter Plan, der auch bis Bingen aufging. Dann wurde es bis Koblenz nass und ungemütlich. Gerade wieder von der dann einsetzenden Sonne getrocknet kam ich durch den nächsten kleinen Schauer. So ging das noch ein bis zwei Mal auf der Strecke, war aber kein Problem, nur ärgerlich.

Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit fuhr ich diese erste Etappe über die Autobahn. Die 450 km über Köln, Aachen, Antwerpen bis Gent waren die Strecke, auf der ich jahrelang gependelt bin, als ich noch dort arbeitete. Schöner ist sie nicht geworden, und auf dem Motorrad ist alles nochmal ätzender, weil laut, schmutzig und gefährlich. Am Abend nach der Ankunft spürte ich auch Schultern und Nacken deutlich, weil durch das höhere Tempo natürlich auch der Wind kräftiger an mir zerrte, der im Übrigen auf der gesamten Strecke hauptsächlich von vorn und von der Seite blies. Auch kein Spaß.

Den ersten Preisschock meiner Reise (und hoffentlich letzten) bekam ich an der Raststätte Peppenhoven. Für ein paar wenige Liter tanken, einen mittelprächtigen Chickenburger und einen Capuccino in Espressogröße legte ich sage und schreibe mehr als 30 Euro hin. Schluck!

Bis auf die üblichen Chaoten und Psychopathen verlief die weitere Fahrt ohne erwähnenswerte Ereignisse und ich kam nach fünfeinhalb Stunden Fahrt gegen 17:30 Uhr an meiner heutigen Bleibe an, einem B&B im ehemaligen Lastenkahn. Schnell das Motorrad entladen, mich selbst einigermaßen in die Reihe geschafft – und schon war ich auf dem Weg zu Eva und Freddy, mit denen ich heute verabredet war.

Großes Hallo, Umarmen und Freude zum Wiedersehen nach ein paar Jahren. Später gemeinsames Abendessen (Eva hatte eigens Königsberger Klopse gemacht) und insgesamt ein schöner Abend mit viel Austausch und auch ein paar alten Geschichten.

Als ich dann gegen 22:00 Uhr wieder zurück war, fiel ich wie ein Stein ins Bett.

Fazit des Tages: Die Autobahn trägt ihren Namen zurecht; für Motorräder ist das nix. Gute Pläne können schnell zu Makulatur werden, insbesondere wenn sie wetterabhängig sind. Und alte (!) Freunde alle paar Jahre mal wiedersehen ist auch schön.

Bewegte Bilder: