Chatham - Folke­stone

Das ist nun schon der zweite Tiefausläufer, der mich heimsucht; dieser allerdings auch mit Gewitter und Sturm. Seit gestern Abend heult der Wind um die Ecke an meinem Zimmerfenster, immer mal wieder gibt es kräftige Schauer dazu, weshalb ich eine größere Lücke in der Abfolge der Landschaftsduschen abwartete und erst gegen 10:30 losfuhr.

Vorher noch ein „Breakfast Royale“, was ein angetoastetes Brötchen mit einem Hauch Räucherlachs und zwei pochierten Eiern darauf darstellte. Das Arrangement ersoff praktisch unter einer ordentlichen Kelle Sauce Hollaindaise. Aber die Aussicht war gut, wieder in Richtung Sportboothafen, und hin und wieder lugte die Sonne ins Frühstücksrestaurant.

Lange hielt die Freude über die Lücke zwischen den Regengüssen nicht. Entweder war ich zu schnell oder zu langsam oder in die falsche Richtung gefahren, wie auch immer. Das Wetter holte mich ein, blies und spuckte von allen Seiten. Das war nicht schön.

Immerhin erwischte ich einen regenarmen Moment in Whitstable, wo ich wenigstens ein paar armselige Fotos am verlassenen Strand schießen konnte. Und dann fing es auch schon wieder an zu eimern. Diesmal war es ein kräftiges Gewitter, das mit Blitz, Donner und waagrechtem Regen meine Fahrtroute kreuzte.

In Canterbury fand ich durch das fürchterliche Verkehrsgewimmel immerhin bis zu einer Stelle, wo ich einen Moment parken und Pause machen konnte. Irgendwo einkehren war leider nicht. Dafür hatte die Stadt in dieser Gegend keine Vorkehrungen getroffen. Nur ein paar Touristenfallen mit Souvenirs, zahlreiche voll belegte Parkplätze für Reisebusse und jede Menge Menschen, die kreuz und quer durch die Gegend liefen.

Immerhin fand ich nach einer Viertelstunde relativ gut aus der Innenstadt raus, auch der Regen hatte aufgehört, das Gewitter grüßte noch einmal und der Sturm frischte auf.

So kam ich schon zwei Stunden früher als geplant in meinem Hotel in Folkestone an. Leider hat man mir diesmal ein Zimmer auf der vierten Etage gegeben, ein anderes war nicht zu kriegen, und der Lift war kaputt. Man arbeite daran und entschuldige sich. Also dreimal rauf und runter wegen Gepäcktransport. Man soll sich ja mehr bewegen, heißt es.

Mein Guiness zur Vorspeise hatte ich bei meinem zeitigen Abendessen noch nicht beendet, da kam auch schon das „Garlic & Thyme Roasted Chicken“. Im Gegensatz zum Haddock von gestern Abend, der nach fast nichts geschmeckt hatte, war dieses Huhn nicht umsonst gestorben.

Fazit des Tages: Relativ wenig Strecke relativ schnell hinter mich gebracht, weil Pausen oder gar längere Aufenthalte wegen des Wetters einfach nicht möglich waren. Schade. Ich frage mich, zu welcher Jahreszeit man eine solche Reise unternehmen sollte, wenn man den Touristenmassen entkommen will. Wahrscheinlich ist es egal, und das ist enttäuschend.

Bewegte Bilder: