Brighton (Tag 1)
Einen Nachtrag zu gestern Abend gibt es noch: Meine Schlüsselkarte für die Zimmertür stellte irgendwann den Dienst ein. Mehrere Versuche der Rezeptionistin fruchteten nichts, also spendierte sie mir ein Guiness, während ich auf eine definitive Lösung (Batterie im Türschloss austauschen) warten sollte. Die gab es dann doch nicht, sondern eine neue Karte, die bisher auch gut funktioniert. Das Guiness hat trotzdem geschmeckt und war sozusagen mein Abendessen.
Womit die elegante Überleitung zum Full English Breakfast heute morgen gelungen ist, weil ich doch recht hungrig war.
Ab etwa neun Uhr machte ich einen dreistündigen Spaziergang durch Brighton in Richtung Hove. Die Strandpromenade war noch einigermaßen leer. Die Feierbiester der Nacht waren noch nicht wieder wach. Die in meinem Zimmer bereitliegenden Ohrenstöpsel habe ich übrigens nicht gebraucht, auch wenn ich das eine oder andere Mal durch Verkehrslärm und durch laute Stimmen geweckt worden war.
Am Übergang der beiden Städte steht ein ziemlich hohes rundes Gebilde, eine Art Monsterstange, an der ein 360°-Ufo rauf und runter fährt, mit Menschen darin selbstverständlich, die den Rundumblick genießen wollen. Zu dieser frühen Stunde war allerdings nur die senkrecht Mittelachse zu sehen; das Ufo schlief noch unter der Erde.
Während Brighton das alte Seebad im wahrsten Wortsinne ist stellt Hove den eher ethnischen Teil dieser Doppelstadt dar. Viel buntes Treiben, zahlreiche kleine und kleinste Läden, die oft ausschließlich Getränke oder Süßigkeiten feilbieten. Aber der Verkehr ist in beiden Stadtteilen dicht und nimmt im Laufe meines Spazierganges immer weiter zu. Richtig warm geworden ist es außerdem; die Temperatur war mittlerweile auf etwa 24° angestiegen und die Sonne brezelte ordentlich.
Nach einer kurzen Ruhepause ging ich dann zu „Harry Ramsden’s“, um endlich das erste Fish&Chips zu essen. „Harry Ramsden’s“ ist eine kleine englische Restaurantkette, die bekannt ist für dieses Gericht. Ich hatte sie irgendwann in den 1990ern zusammen mit Rolf entdeckt. Könnte in Birmingham gewesen sein, bin mir aber nicht sicher. Jedenfalls hatte uns damals sowohl die Einrichtung als auch das Servicepersonal beeindruckt: Alle und alles schien über 70 Jahre alt zu sein. Die Zweigstelle in Brighton ähnelt eher einem amerikanische Diner und das Personal scheint der Schule gerade so entwachsen.
Das Pfingstwochenende war zwischenzeitlich so richtig in Fahrt gekommen. Der Strand war voll, die Promenade auch, und es wurde schon wieder überall gefeiert, z.B. in einer Bar mit Pool und Meerblick. Krass.
Zum DFB Pokal-Endspiel gönnte ich mir ein Alpaca Lypse Session IPA, das wie alle anderen Pints hier im Hotel 6,50 £ kostet. Der Wein ist noch viel teurer, aber das scheint hier niemanden davon abzuhalten, ordentlich zu trinken.
Fazit des Tages: Der Ruhetag hat gut getan. Meine Wäsche ist erledigt. Der Spaziergang war interessant. Und das Wiedersehen mit Harry war ernüchternd.