Wigwam Holidays
Es ist wie Urlaub! Gemütlich den Tag lesend mit einer Tasse Kaffee im Bett begonnen und gegen zehn Uhr gefrühstückt. Dann meinem Bruder Jürgen zum Geburtstag gratuliert. Die Sache mit der Sternen- und Sternschnuppenbeobachtung habe ich gestern Abend leider nicht mehr geschafft, weil ich vorher eingeschlafen bin. Die Sonne geht hier relativ spät unter und früh wieder auf, da hatte ich keine Chance.
Nach dem Frühstück habe ich einen kleinen Rundgang bei herrlichem Sonnenschein hier über das Gelände gemacht. Dabei traf ich auch die Eigentümerin, die sich natürlich sofort nach meinem Wohlbefinden erkundigte. Alles im grünen Bereich. Allerdings fragte ich sie, ob das normal sei, dass die Pumpe des Hot Tub der Nachbarhütte so häufig läuft. Ob mich der Lärm störe, wollte sie wissen. „Nein, nein, es geht mir nur um die viele Energie, die dafür verbraucht wird.“ „Oh“, meinte sie, „darüber müssen Sie sich keine Gedanken machen. Die Hot Tubs werden mit jeweils eigenen und sehr sparsamen Wärmepumpen versorgt. Die müssen ab und zu mal laufen, damit die Rohre frei und sauber bleiben. Außerdem erzeugen wir unsere gesamte elektrische Energie mit Solarpanels. Aber danke, dass Sie sich Sorgen darum machen.“
Den Rest des Tages habe ich lesend, spazierengehend, mich um die Wäsche kümmernd, Schuhe putzend, mit einer ausgiebigen Massageeinheit im Hot Tub und einem Mittagsschläfchen verbracht. Dabei hatte ich sehr angenehme Gesellschaft. Heute Morgen waren zwei Lämmer durch ein offenes Gatter von der Weide runtergelaufen und liefen aufgeregt mähend den Zaun entlang, auf dessen anderer Seite ihre Mutter, ebenfalls aufgeregt mähend, hin und her rannte. Der Eigentümer kam mit seinem Quad angebrummt, auf dessen hinterer Ladefläche zwei Hütehunde mitfuhren. Die sprangen sofort herunter und trieben die Lämmer gemeinsam mit dem Quad-fahrenden Mann zum offenen Gatter zurück, hinter dem sie endlich wieder bei ihrer Mutter waren. Da musste ein kräftiger Schluck Milch aus deren Zitzen erst mal sein. So weit zu meinen Erlebnissen. Echt aufregend hier.
Der Himmel zieht sich langsam zu, denn das Islandtief schickt seine Ausläufer, heute Nacht soll es regnen und die Schwalben fliegen schon sehr tief. Hoffentlich wird der morgige Fahrtag wenigstens einigermaßen trocken. Heute Abend gibt es noch ein Chicken Tikka mit einem Rest Fairtrade-Chardonnay, beides gestern im lokalen Co-Op erstanden. Und dann wird mich die Straße morgen wieder sehen.
Fazit des Tages: Der Daddeltag hat gut getan, der Kuckuck schweigt schon den ganzen Tag über und Sterne werde ich wegen der Wolken heute Abend wohl keine mehr sehen. Bei der Stille hier sind nur die „Mäharbeiten“ auf der angrenzenden Weide und mein Tinnitus zu hören.