Corrie - Troon - Wigtown

Heute heißt es, Abschied von der Isle of Arran zu nehmen und in den Südwesten Schottlands nach Dumfries und Galloway zu fahren. Meine Fähre von hier zu „Scottish Mainland“ ging erst ziemlich spät, nämlich um halb zwölf. Da hatte ich also jede Menge Zeit, um zum Fährhafen nach Brodick zu fahren. Auf dem Weg wollte ich mir noch das Brodick Castle ansehen, aber wie es leider immer mal wieder so ist: Noch nicht mal gucken ohne einen Obolus zu entrichten. In diesem Fall nur für die – zugegebenermaßen sehr schönen – Gärten und das Schloss von außen immerhin 18£. Hätte ich ins Gebäude hineingehen wollen, wären zusätzliche 11£ fällig gewesen. Hab ich mir geschenkt. Schloss und -herr lagen wohl noch im Tiefschlaf, von beiden war nix zu sehen.

Also weiter zum Fährhafen. Immerhin konnte ich von dort noch einen Blick auf das Schloss erhaschen. Für einen Cappucino im nahegelegenen Café war noch ordentlich Zeit. Dann ging es los. Die junge Dame, die den Verkehr zur Auffahrt auf die Fähre regelte, gab mir mit unmissverständlichen Gesten und einem Blick, der jeglichen Widerspruch im Keim erstickte, zu verstehen, dass ich für die 15 Meter gefälligst den Helm aufzusetzen hätte. Is ja gut, Muddi!

Von Troon aus wollte ich ursprünglich die Westküste des Südwestzipfels Schottlands hinunter fahren. Aber weil die Zeit wegen der späten Fähre schon so weit fortgeschritten war (wir kamen erst kurz vor 13 Uhr an) entschied ich mich für die Fahrt durchs Landesinnere. Nach so viel Küste, Stränden und Meer dachte ich mir, schräg nach Süden über die Hügel zu fahren könnte auch ganz schön sein. War es auch. Sanfte Hügelketten, teils bewaldet, säumten meine kurvenreiche Fahrstrecke. Teils erinnerte die Landschaft an das Voralpenland, teils an die Rheinhessische Schweiz (ohne die Weinberge natürlich) und der Verkehr war längst nicht so dicht wie auf der Küstenstraße. Kreisverkehre? –Kein Stück. Auf der gesamten Strecke fuhren in meiner Richtung gerade mal ein eiliger Motorradfahrer und ein PKW. In der Gegenrichtung waren es schon einige Fahrzeuge mehr, aber nicht viele.

So fuhr ich mit 50 bis 60 Stundenkilometern durch die Landschaft. Schneller ging nicht wegen der vielen Kurven. In Ayrshire, der Grafschaft, durch die ich zuerst kam, war das super. Die Straßen waren gut bis sehr gut und es war ein gemütliches Vorankommen. Ab dem Schild „Welcome in Dumfries and Galloway“ änderte sich das drastisch. Sehr grober Fahrbahnbelag, viele Steine und Schlaglöcher reduzierten meine ohnehin schon geringe Geschwindigkeit maßgeblich.

Im Co-op von Wigtown machte ich ein paar kleinere Einkäufe, denn ich hatte ja kein Hotel, sondern einen Glamping-Pod mit Selbstversorgung gebucht. Nach nochmals etwa zehn Kilometern war ich endlich da, mitten in der Pampa. Es ist herrlich hier, still und abgelegen. Genau das Richtige für einen Tag der Entspannung. Der Hot Tub funktioniert und tut gut (habe ich schon inklusive der Massagedüsen ausprobiert) und ich bin gespannt, ob man in Ermangelung der Lichtverschmutzung hier wirklich, wie kolportiert, den Sternenhimmel und vielleicht sogar die eine oder andere Sternschnuppe beobachten kann.

Fazit des Tages: Leider wenig Gelegenheit für Bilder, aber ein schöner Fahrtag. Bis jetzt macht meine Unterkunft einen wunderbaren Eindruck. Die Internetverbindung ist einigermaßen stabil und schnell und so habe ich schon Musik über Qobuz laufen lassen können. Ist irgendwie wie Urlaub.

Bewegte Bilder: