Stirling - Ballater

In aller Frische – wir hatten zwar Sonne, aber nur 9° – führte mich mein Weg in Richtung des Caringorm Nationalparks. Mein erster Stopp galt der ältesten Whisky-Brennerei Schottlands, Glennturret.

Auf dem Parkplatz angekommen gab sich ganz offensichtlich ein Club von Mercedes SL-Fahrern ein Stelldichein. Sie schienen sich hier zu sammeln, um dann zu einer gemeinsamen Tour aufzubrechen. Als ich später von meinem Spaziergang durch die Brennerei zurückkam, waren sie jedenfalls verschwunden.

Auch den selbstverständlich vorhandenen Shop suchte ich auf, wo sowohl Gin und Whisky als auch allerlei Merch feilgeboten wurde. Von einer jungen Angestellten beraten erstand ich wenigstens ein Minifläschchen des zwölf Jahre alten Erzeugnisses des Hauses.

Schon auf dem kurzen Fußweg dort hin war mir eine Statue aufgefallen, die der Katze „Towser“ gewidmet war. Der Inschrift ist zu entnehmen, dass sie 24 Jahre treue Dienste geleistet hat, während der sie 28.899 Mäuse gefangen haben soll und deshalb ins Guinessbuch der Rekorde aufgenommen worden ist. Wer hat all die Mäuse wohl gezählt?

Nach einer guten Stunde Fahrt von dort über schöne kleine Sträßchen erreichte ich Scone Palace. Vor zehn Jahren waren Friderike und ich schon mal mit einer Reisegruppe dort gewesen. Den Sitz nahm ich dieses Mal ohne Drachim auf. Also spazierte ich nur ein wenig durch den Garten, was schon 12,50£ ermäßigten Eintritt kostete.

Ein kurzer Rundgang führte mich ins Palast-Café, wo ich mir einen Mittagssnack gönnte. Die überall herumstolzierenden Pfauen riefen einander Unflätiges zu und schlugen ihre Räder für die blöden Touristen.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz reihten sich unzählige Jaguarfahrer vor dem Schloss auf. Irgendwas musste der heutige Tag haben, wenn Fahrerinnen und Fahrer ähnlicher oder gleicher Fahrzeuge sich in großen Mengen treffen und anschließend gemeinsam durch die Gegend kutschieren. Im Falle der Jaguars waren es allerdings viele Modelle aus mehreren Jahrzehnten.

Von Scone Palace im Sonnenschein bis zum Devil‘s Elbow änderte sich das Wetter drastisch. Je weiter und höher ich kam, umso kälter und nasser wurde es. Aber die Landschaft war großartig. Am Devil’s Elbow Viewpoint angekommen konnte ich mir schon mal einen Restteil meiner heutigen und ein Stückchen meiner morgigen Route auf einer metallenen Tafel anschauen. Der Blick von da oben entschädigte auch für so einiges.

Die Straße entlang eines Flüsschens schlängelte sich weiter gen Norden. Das Wetter wurde nicht besser; es änderte sich nur alle paar Minuten. Zwischendurch rief ich in meinen Helm mit dem Visier voller Regentropfen: „Das ist zwar scheißekalt hier, aber geil zu fahren“. Recht hat er!

Weiter ging‘s in Richtung Ballater, meinem heutigen Ziel. Allerdings mit einem erneuten kurzen Stopp bei Balmoral Castle. König Charles und Gattin grüßten im Eingangsbereich, aber weitere 18£ Eintrittsgeld ersparte ich mir. Dafür scherzte ich lieber ein wenig mit dem armen Kerl vor dem Tor. Der fror sich nach eigenen Worten den Allerwertesten ab und war schon arg durchnässt.

Die restlichen paar Kilometer bis Ballater waren wieder sehr schön zu fahren: kleine und enge Straßen, Kurven eine nach der anderen, wenig Verkehr.

Am „Alexandra Hotel“ angekommen war mir zunächst nach einer heißen Dusche und einem Bier. Letzteres musste noch warten. Erst wollte die Maschine konvenabel geparkt und entladen werden. 

Erfrischt und aufgewärmt machte ich noch eine kurzen Spaziergang durch das verschlafene Städtchen am Ufer des River Dee.

Bewegte Bilder: