GA - Kalkar

Abfahrt in Gau-Algesheim um halb zehn. Es sollte ein sonniger und zunächst noch recht frischer reiner Fahrtag werden.

Bis Oberwesel fuhr ich am Rhein entlang, bevor es nach links in die Büsche ging. Über den Hunsrück, durch die Vulkaneifel und das Kölner Becken ging es durch viele Rapsfelder, Wald und Wiesen. Auf und ab, hin und her – wunderschön zu fahren. An einem solchen Tag sieht jede Landschaft schön aus, dachte ich mir. Wegen der zahlreichen blühenden Pflanzen war das Insektenaufkommen entsprechend hoch, und das Visier meines Helmes war schnell mit deren Leichen übersät.

Ein Stopp in Kelberg beim Bäcker zu Kaffee und Frühstücksbrötchen sowie später zum Tanken waren die einzigen Pausen, die ich mir gönnte. Es war halt ein reiner Fahrtag, denn diese erste Strecke bis nach Kalkar zum Landhotel Beckmann ist die längste auf meiner gesamten Tour: 338 km, für die ich am Ende über sieben Stunden brauchte, weil ich ja nur auf kleinen Straßen unterwegs war.

Am Vormittag war das Verkehrsaufkommen noch sehr gering, ab Mittag wurde es dann dichter und im Laufe des Nachmittags, je näher ich meinem Tagesziel kam, waren immer mehr Traktoren und LKW unterwegs, die die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit doch merklich senkten.

Kurz vor 17 Uhr war ich dann aber endlich da und genehmigte mir erst mal – noch in voller Montur – ein erfrischendes kühles Bier. Das Foto musste warten, bis ich die ersten beiden großen Schlucke genommen hatte, so nötig hatte ich das.

Das Landhotel liegt einsam und abseits der Stadt in den Feldern und scheint gern von beruflich Reisenden und holländischen Touristen frequentiert zu werden.

Später zum Abendessen gönnte ich mir einen „Gourmet Burger“ vom Angusrind mit Kartoffelwedges. Unsere zuhause sind leckerer, nebenbei bemerkt, aber wir sind ja hier nicht bei einer Restaurantbewertung.

Von der Fahrt und dem Abendessen ermüdet war ich zeitig im Bett und schlief prompt beim sehr spannenden Champions League-Spiel Arsenal London gegen Paris Saint Germain ein.

Eins ist gewiss: Die folgenden Tage werden fahrtechnisch wesentlich weniger anstrengend; das Schlimmste habe ich ja nun schon hinter mir. Und ab morgen Abend, wenn ich auf der Fähre von Amsterdam nach Newcastle sein werde, kann der Urlaub und das dazugehörige Urlaubsgefühl so richtig beginnen.

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