Lalbenque - Magnac-Bourg

Das gestrige Abendessen fand in der Gruppe an zwei langen Tischen statt und es war entsprechend laut. Die Hausherrin hatte gut und regional bio gekocht, sogar die Mousse au Chocolat war ordentlich, wenn auch zu süß. Die Schokolade macht’s halt.

Um fünf Uhr heute morgen regten sich bereits meine Zimmernachbarn, und als ich um kurz vor acht Uhr zum Frühstück ging war das Buffet schon ziemlich geräubert. Zwei Scheiben Brot mit Butter und den Marmeladeresten, die die Truppe übrig gelassen hatte, sowie zwei Scheiben Brioche zum Mensakaffee aus dem großen Bottich, den die Milch auch nicht viel heller machte, das musste genügen. Es war zwar schon herrlich sonnig, aber mit niedrigen einstelligen Temperaturen auch noch ein bisschen frostig. Der Reif auf den Wiesen glänzte silbrig und die Gottesanbeterin an der Jalousie vor meiner Zimmertür machte einen eingefrorenen Eindruck.

Die Nase lief, die Augen tränten, da musste ich wegen der Temperaturen zunächst mein Helmvisier geschlossen halten, obwohl ich ja am Liebsten offen fahre. Später ging’s dann aber. Die ersten fünfzig Kilometer rentnerte ich durch Schluchten, die zu Tälern wurden, die dann ihrerseits in hügelige Landschaft übergingen und schließlich in Ebenen mündeten. Wunderbare Gegend, immer noch viel Grün, sowohl horizontal als auch vertikal. Damit war dann irgendwann Schluss, die Straßen wurden breiter und der Verkehr dichter. Da ging es dann gezwungenermaßen schneller als mit 50 km/h voran.

In Souillac dann die erste Aufwärmpause für innen und außen. Direkt an der Durchgangsstraße trank ich meinen Café in der Sonne, was gut tat. Nur laut war es halt. Auf der Weiterfahrt bog ich dann irgendwann von dieser Route Départementale auf kleinere Straßen ab, den Verkehr hinter mir lassend und die sanfte Landschaft genießend. Nun ging es in die Corrèze, das meines Wissens am dünnsten besiedelte Département Frankreichs mit lediglich 41 Einwohnern pro km². Zu den weiten Ackerflächen, die ich bislang links und rechts des Weges gesehen hatte, kam nun die eine oder andere Apfelplantage.

Außerdem passierte ich ein paar ziemlich schöne Ecken, musste Turenne und seine eindrucksvolle Burg, die über der Umgegend thronen, natürlich fotografieren, und fuhr dann auf die größte Stadt des Départements zu. Schon von Weitem kündete die Verkehrsführung von der Bedeutung Brive-la-Gaillardes, denn sowohl Autobahnauf- und -abfahrten als auch die Kreisverkehrdichte nahmen zu. Da musste ich voll konzentriert bleiben, um nicht falsch abzukringeln und umdrehen oder einen größeren Umweg fahren zu müssen.

An den vielen Tafeln am Straßenrand, die lebendes und küchenfertiges Geflügel, Foie Gras, Wein, Äpfel und allerlei andere landwirtschaftlichen Erzeugnisse feilboten, vorbei strebte ich Magnac-Bourg und der Auberge de l’Etang entgegen. Weil ich etwas zu zeitig dort ankommen würde gab es erst noch einen schönen Café Double in einem Straßencafé gegenüber eines Einkaufszentrums, das einen ausgestorbenen Eindruck machte. Zum Tanken musste ich ins nächste Dorf fahren und checkte später gemütlich beim brummeligen Hotelier ein.

Fazit des Tages: Wieder viel Gegend, teils nur langsam, teils leider nur schneller zu fahren, aber sehr schön. Die sanft geschwungene Landschaft mit ihren tausend Variationen von Grün haben einen entspannenden Einfluss. Ab und zu gibt’s was zu gucken (also mehr als nur Gelände) und die Architektur verändert sich ebenfalls sukzessive. Hier in der Gegend ist Massivbau mit Natursteinen angesagt, gestern war es noch viel Holz. Heute kein Foto vom Bier, denn die haben hier keins. Nur Heineken. Dafür war das Abendessen zumindest optisch ansprechend – und einen schönen Buzet gab es auch dazu.

Bewegte Bilder:

Hier kann ein Untertitel zum Video stehen.
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