Aix-en-Provence - Arles
Heute gibt’s keine Bilder, so viel sei schon mal vorausgeschickt. Weil es einfach eine schöne Fahrstrecke ohne Besonderheiten oder Sehenswürdigkeiten war.
Abfahrt um zehn Uhr vom Hotel in Aix-en-Provence und direkt das übliche Spielchen, um aus der Stadt in angenehmere Gefilde zu gelangen. Zunächst noch kurvenreich und bergauf, dann ging es mit vielen geraden Strecken durch das flache Hinterland. Dabei hatte ich immer mehr oder weniger nahe den Luberon in Sichtweite. Bis Salon-de-Provence für ich durch spärliche flache Weingebiete (-berge kann man die ja nicht nennen), Wiesen, hie und da ein Lavendelfeld. Da freuten sich Aug und Nas über die reichliche Abwechslung.
Von dort in Richtung Saint-Rémy-de-Provence kamen dann noch Olivenhaine und abgeerntete Getreidefelder hinzu, gelegentlich auch eine schöne Allee mit ziemlich alten Platanen. Und die Straße war fast schnurgerade, sodass ich es etwas laufen lassen und sogar beim Fahren entspannen konnte. Erholsam.
Ähnlich wie gestern im Gebiet des Verdon, wo alle auch noch so winzigen Örtchen ihrem Namen ein „-de-Verdon“ anhängen ist es auch hier, wobei „Verdon“ durch „Provence“ ersetzt wird.
Die kleinen geflickten Straßen mit ihren Kurven und Kürvchen holten mich auf den letzten 30 Kilometern vor Arles dann aber doch wieder ein. Die Banlieue der Stadt ist wie überall mit Industrie- und Gewerbegebieten gepflastert, dann kommen die ersten Außenbezirke und Stadtteile. Gegen 12:30 Uhr war ich ja bei Claudia von der Schalker Fan-Ini verabredet, und ich war gut in der Zeit. Das war auch nötig, denn in den winzigen Gassen verhedderte ich mich selbstverständlich und musste nochmal von vorn anfangen, bis ich die richtige Straße gefunden hatte. Hausnummer 8 fand ich allerdings nicht, nur die 7, vor der ich anhielt und anrief. Kaum klingelte ihr Telefon, begann auch schon ihr Hund wie wild zu bellen. All das hörte ich zwischen den Mauern, konnte es aber nicht richtig lokalisieren. Um zwei Ecken herum kam mir Claudia entgegen – es waren nur noch höchstens 25 Meter, aber eben verwinkelt und nicht einzusehen.
Ihre Glückwünsche zum Margot Friedländer Preis für die Enten und eine feste Umarmung dazu musste sie als Erstes loswerden. Dann saßen wir zweieinhalb Stunden plaudernd in ihrem Hof, wobei ich sehr viel über ihre Pferde und ihren Hund erfuhr, einem Berger des Pyrénées, Apéro selig (Labrit des Pyrénées) ziemlich ähnlich, nur einen Tick größer und sehr dunkelbraun.
Der Weg zu meiner Unterkunft war nicht weit, aber wieder mit den unvermeidbaren, die Ortskenntnis verbessernden Umwegen ausgestattet. Nassgeschwitzt, aber zufrieden, fand ich endlich das Hotel. Ich hatte schon einmal an der Rückseite gestanden, ohne zur Vorderseite gelangen zu können. Als ich endlich direkt davor stand, entdeckte ich es erst gar nicht, weil es komplett mit Efeu zugewuchert und kein Hotelname oder -schild zu sehen ist. Irgendwo schimmerte ein Schild „Complet“ durch das dichte Grün: Das musste es ein.
Am Obélisque d’Arles trafen Claudia und ich uns um 18 Uhr, gingen zum Apéro und zum Abendessen in eines der zahlreichen Restaurants in der Fußgängerzone, tranken und speisten konvenabel und unterhielten uns noch bis 22 Uhr sehr angeregt.
Fazit des Tages: Ein schöner und gemütlicher Fahrtag, ein Treffen mit einer netten und geistreichen Schalke-Fanin, große Hitze und viele Umwege kurz vor den Zielen – es gab schon schlechtere Tage auf meiner Tour.