Tihany - Mohács
Abreise im Tihany Yachtclub gegen 9:30 Uhr. Ich fahre um die Nordspitze des Balaton, um mir Siófok anzuschauen. Das ist ein Ort, an dem junge Menschen aus ganz Europa zusammenkommen, um ähnliche, kulturelle und gesellschaftliche Highlights zu erleben wie beispielsweise auf dem Ballermann. Vielleicht liegt es an der Vorsaison, vielleicht liegt es an der Uhrzeit, vielleicht liegt es aber auch am Wetter: Der Ort macht einen tristen Eindruck, und ich finde noch nicht einmal ein Café, in dem ich ein kurzes Päuschen machen kann. Also geht es direkt weiter.
Das Tief über Skandinavien hat mir einen weiteren Ausläufer nach Ungarn geschickt. Das bedeutet Regen, Regen, Regen. Ganz schlechtes Wetter auf der gesamten Fahrt, so dass ich mir die zweifellos schöne Landschaft kaum ansehen kann, und für Fotos zu machen ist es einfach zu nass. Nicht, dass ich es nicht versucht hätte. Ich legte unterwegs einen kurzen Stopp ein und musste feststellen, dass es unmöglich ist, bei Wind und Regen eine Zigarette zu drehen. Also fuhr ich bis auf eine kurze Kaffeepause an einer Tankstelle nach Mohács durch.
Das Motorrad, das ich heute Morgen vor der Abfahrt sauber gerubbelt hatte, sah schon wieder aus wie Sau. Diesmal aber richtig.
Die Donau fließt mit Hochwasser und in Höchstgeschwindigkeit direkt hinter meinem Hotel.
Über die Hauptschlagader von Mohács, die allerdings um diese Uhrzeit reichlich ausgestorben wirkte, lustwandelte ich in Richtung Abendessen. Local beer und local food (Shokacbab) waren angesagt. Um größere Unfälle und mithin Reklamationen der blöden Touristen vorzubeugen wurde mir ein Latz umgebunden, der seinem Namen alle Ehre machte.