Tihany

Den heutigen Vormittag habe ich mehr oder weniger vertrödelt. Das Wetter war nicht sonderlich toll und es nieselte ab und zu. Also verbrachte ich die Stunden nach dem Frühstück bis zum Mittag mit Lesen und einem Powernapping. Das tat meinen Knien auch gut, die auf den längeren Strecken durch die Zwangshaltung zu schmerzen beginnen. Erst das linke, dann das rechte, dann alle beide. Ich wechsele immer mal wieder die Position der Füße, d.h. ich lege sie auf die vorderen Fußtasten, damit die Knie ausgestreckt sind. Dann wiederum stelle ich sie auf die Soziusfußrasten, d.h. ganz nach hinten, um eine bequeme Fahrposition zu erreichen und um den Schmerz etwas zu lindern. Das klappt in der Regel auch ganz gut und klingt dramatischer, als es ist. (👴🏼 = Kommentar von Rolf)

Am frühen Nachmittag brach ich zu einem Spaziergang am Seeufer entlang auf. Das war teilweise sehr nett, weil es ein paar schöne kleine Buchten gibt und auch sehr viel Schilf am Ufer wächst, in dem allerlei Wasservögel ihr Unwesen treiben. Meistens ging es allerdings an der Straße entlang, die direkt dem Ufer folgt. Unterwegs kam ich noch an der Fähre vorbei, die sowohl Personen als auch Fahrzeuge vom einen zum anderen Seeufer transportiert.Und scheinbar gibt es sogar eine Stadtbusverbindung vom Ahrtal in Deutschland bis zum Balaton. Der ebenfalls etwa zwei Stunden dauernde Rückweg über das Landesinnere der Halbinsel war weniger spektakulär. 

Wieder im Yachtclub zurück sah ich mir zunächst mal mein Motorrad an, das wegen der gestrigen Fahrt durch den Regen ziemlich übel aussah. Also rieb ich die wichtigen Teile wie Lampen, Rücklicht und Blinker vom Dreck frei, wischte die Kette sauber und besprühte letztere anschließend mit Kettenspray. Schließlich soll ja morgen wieder alles laufen wie geschmiert.

Was mir gestern schon aufgefallen war, sind die vielen Filialen deutscher Läden: Aldi, Lidl, Penny und sogar Rossmann geben sich hier ein Stelldichein. Sicherlich zur Freude der deutschen Touristen, die sich auch tausende Kilometer entfernt von der Heimat wie zu Hause fühlen können. Dabei dürfen sie einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen nachgehen, nämlich zu vergleichen: „Bei uns zu Hause kostet das aber so viel.“

Mittlerweile habe ich auch herausgefunden, wie sich die allgegenwärtigen Düfte zusammensetzen. Es sind hauptsächlich Lindenblüten und Lavendel, die hier die Luft schwängern. Und ab Sonnenaufgang singen die ungarischen Zikaden ihr monotones Lied: Sound ungarischer Zikaden. Weil das Licht gerade so schön ist mache ich noch zwei Bilder von der abendlichen Seestimmung.

Passend zu meiner Pizza Parma, zu der man hier übrigens eine goldene Schere bekommt, um sie klein zu schneiden, läuft hier gerade ein Sales Meeting von Panini. Was bin ich froh, dass ich so ne Scheiße hinter mir habe!

Bewegte Bilder: