Štip - Paralia

Abfahrt um etwa 10:30 Uhr im Hotel, nachdem es einige Schwierigkeiten mit deren Zahlungsgerät gab, das wohl keine Verbindung zum Server aufnehmen konnte und deshalb nicht funktionierte.

Beim Start meines Motorrades stellte ich fest, dass die Motorwarnanzeige nicht mehr dauernd brannte. Offenbar hatte die Elektronik die Nacht genutzt, um sich zu überlegen, dass es mit dem Rumgepienze jetzt wohl reicht. Na also. Geht doch!

Der ganz offenbar indische Support von Royal Enfield war diesbezüglich keine große Hilfe. Man fragte sehr freundlich nach dem Begehr und nach Einzelheiten, die ich bereits mitgeteilt hatte. Dass sie diese schon hatten (Kopie anbei) führte zu weiteren Nachfragen über Sachen, die ebenfalls schon klar waren. So ging es ein paar E-Mails lang hin und her, der indische Support arbeitete seine Liste ab, immer mit dem Hinweis, man verstehe meine Lage und tue alles, um mir zu helfen. Wirklich was dabei rausgekommen ist nicht, aber man konnte das seitliche Kopfwackeln zwischen den Zeilen förmlich sehen. „Hello my friend. How are you today?“ usw. (wackel wackel). Schlussendlich teilte man mir mit, dass sich der zuständige Mitarbeiter kümmere und Kontakt mit dem local dealer aufnehme. Hatte ich alles schon in meiner ersten E-Mail geschrieben. Herrlich, wenn man es nicht dringend braucht und von außen betrachtet.

Also fuhr ich erst mal ganz gemütlich in Richtung griechischer Grenze, wobei ein großer Streckenabschnitt wieder über die A4 ging. Das ist eine sehr gut und sehr breit ausgebaute Landstraße, teilweise vierspurig, und deshalb etwas langweilig zu befahren. Kurz vor der Grenze machte ich noch einen Stopp am Dojran-See.

Nach dem Grenzübertritt, der ähnlich wie gestern wieder mit langer Wartezeit in praller Sonne ablief, änderte sich das Landschaftsbild völlig. So weit das Auge reicht, erstrecken sich Getreidefelder.

Nun musste ich so langsam ans Tanken denken, denn mein Benzinvorrat war fast am Ende. Als nach etwa 310 km die Reserveanzeige zu blinken begann, fuhr ich die erste Tankstelle an. Der Tankwart gab mir mit Händen und Füßen zu verstehen, dass sie leider kein Benzin mehr haben. Ups! Also fuhr ich zur nächsten Tankstelle; dort allerdings das gleiche Spiel. Oha! Und bei der dritten war es auch nicht besser. Hhm, da wurde ich doch schon langsam nervös. Schließlich klappte es bei der vierten Tankstelle. Die erste Frage, die mir gestellt wurde, war, ob ich bleifrei haben will! Schon lange nicht mehr gehört. Und der Tankwart wollte immer wieder die Betankung einstellen, weil er der Auffassung war, dass es sonst zu viel Geld kostet. Ich bedeutete ihm allerdings, dass er den Tank voll machen soll, und er war ziemlich erstaunt, wie viel da reinpasst.

Mit vollem Tank, nachdem ich mir noch ein Eis gegönnt hatte, und gutem Gewissen ging es dann weiter in Richtung meines Hotels. Und was strahlte mich in einer lang gezogenen Rechtskurve plötzlich an? Das Meer ließ sich zum ersten Mal blicken. Ein Stückchen weiter dann der erste Yachthafen, insofern man ihn so bezeichnen mag.

Durch die Fußgängerzone tuckerte ich dann langsam bis zu meinem Hotel. Es war mal wieder ein Kulturschock. Selbst auf der Straße bekam man unzählige halbnackte Leiber zu sehen, ob man wollte oder nicht, und die meisten hätten auch noch eine Menge Textil vertragen können.

Nachdem ich mein Gepäck aufs Zimmer gebracht und das Motorrad ein paar Ecken weiter auf dem Privatparkplatz des Hotels abgestellt hatte, gab’s erst mal ein eiskaltes griechisches Bier. Dann folgte die Abkühlung im Meer. War das schön!

Bewegte Bilder: