Patras - Kastro­sikia

Dieser Tag war für‘n Arsch. Die morgendliche Schwüle war schon deutlich zu spüren, als ich gegen 10:30 Uhr in Patras aufbrach und erst mal über dieses Monsterbauwerk von Brücke fuhr. Kostete natürlich Geld, und die paar hundert Meter Brücke waren im Vergleich zu mehreren Kilometern Autobahn für den selben Preis mit 1,30€ dann doch vergleichsweise teuer.

Hinauf, hinauf ins Gebirg soll es gehn! Die gut ausgebaute Landstraße führte mich sogar in frischere Temperaturen und Regionen. Rechts die Steilwand, links der Abgrund mit Blick auf’s Meer, immerhin. Toll zu fahren, unmöglich zu fotografieren, weil eng und Gegenverkehr.

Mit der Frische war’s dann aber schnell vorbei. Auf der Hochebene brezelte es wieder ordentlich. Flache und oft gerade Straßen führten mich in den nächsten Bergrücken. Durch eine tiefe Schlucht mit sehr nah an der Straße befindlichen Felswänden ging es hindurch.

Nun folgte eine relativ eintönige und relativ ebene Landschaft. Lediglich die zahlreichen winzigen Dörfchen boten etwas Abwechslung. Oft bestanden sie nur aus einer Handvoll Häuser, aber einen Schrottplatz hatten sie alle. Vielleicht ist das ja die griechische Dorfkirche der Moderne.

Die Bucht von Amfilochia mit dem namensgebenden Städtchen war dann wieder eine willkommene Abwechslung. Ein Badeort mit augenscheinlich ausschließlich einheimischen Gästen. Und der Blick ging in Richtung Ambrakischen Golf, der am Horizont schemenhaft auszumachen war. Die Bucht umfuhr ich dann gemütlich bis zu ihrem Ende.

Die zweite dreiviertelstündige Pause für heute am einzigen schattigen Platz weit und breit war angesagt. Wie eingangs gesagt: alles für’n Arsch!

Die noch verbleibenden 40 Kilometer brachten dann wieder die Schwüle. Das Meer nahte, bzw. ich mich ihm. Zehn Kilometer vor meiner Unterkunft konnte ich es dann auch schon riechen.

Auf den letzten Metern vor dem Hotel hätte es dann doch beinahe noch gekracht. Etwa zehn Meter vor mir kam ein PKW von rechts, hatte aber ein Stoppschild. Gestoppt wird jedoch in der Regel erst in der Mitte der Fahrbahn. Zum Glück fuhr ich nur etwa 30 km/h und ein schneller Schlenker von mir nach links half, schlimmeres zu vermeiden. Oh Mann, eyh. Du musst echt bis zur letzten Sekunde konzentriert und vorsichtig sein. Und von wegen die Gegend angucken!

Die 25€ Aufschlag für ein Zimmer mit Meerblick hatte ich mir im Falle des Poseidon Beach Hotels gespart, aber der „Gartenblick“ ist auch nicht von Pappe.

Ich hatte ja neulich meiner Zufriedenheit mit meinem Equipment Ausdruck gegeben. Nun, die Unterhandschuhe machen so langsam die Grätsche. Der linke für die Kupplungshand, die ja praktisch dauernd gebraucht wird, sieht am schlimmsten aus.

Wozu braucht man Unterhandschuhe? Genau wie am Rest des Körpers, der allerdings von Kopf bis Fuß in Merino gehüllt ist, muss Schweiß von der Haut wegtransportiert und diese damit idealerweise gekühlt werden. Deshalb auch sehr dünne Wolle bei diesen Temperaturen. Funktioniert. Daher die Bezeichnung „Funktionswäsche“. Tataah, Damenwahl!