Lovran - Oderzo

Wieder mal ein Iron Butt Day. Das lag aber lediglich daran, dass ich heute nur zwei Pausen machen konnte.

Nach dem Sonnenaufgang um 5:30 Uhr über der Kvarner Bucht hatte ich noch eine Menge Zeit, bis es dann endlich losgehen sollte. Heute hatte ich nicht so viele Kilometer auf dem Zettel, denn die Sehenswürdigkeiten, die ich mir im Vorfeld herausgesucht hatte, wollte ich mir nach den Erfahrungen bisher einfach sparen.

Zunächst fuhr ich durch die slowenischen Wälder. Die Hügelketten, die mich bisher begleitet hatten, wurden immer flacher. Dafür waren sie dicht bewaldet.

Bei einer ersten kurzen Pause noch in Slowenien, die ich einlegen musste, weil ich tierischen Durst hatte, trank ich meine Halbliterflasche Wasser komplett aus. Das war hier ein lauschiges Plätzchen mit Bäumen und Schatten, was gar nicht so selbstverständlich ist. Nach einer knappen halben Stunde ging es schon wieder weiter.

Bereits die Straßen in Slowenien waren sauberer als noch die in Kroatien und kein Vergleich zu Montenegro oder Albanien. In diesen Ländern schmeißen die Menschen ihren Müll einfach aus dem fahrenden Auto. Es ist mir mehrfach passiert, dass ich der ein oder anderen leeren Getränkedose ausweichen musste, die aus einem vorausfahrenden Auto geflogen kam.

Häufiger hatte ich am Straßenrand auch Menschen gesehen, die das dort wachsende Gras und Unkraut kürzen. Was dann auf der Straße lag, waren weniger Pflanzen als vielmehr Abfall jeder Art. Schade, schade. Sowas gibt es leider auch in anderen Ländern, und in vielen Ecken Deutschlands habe ich das auch schon gesehen. Ist also nicht typisch für Südosteuropa.

Vor mir beziehungsweise unter mir lag jetzt Triest, die große Hafenstadt im Osten Italiens. Die Fahrt durch die Innenstadt hatte ich mir ehrlich gesagt viel schlimmer vorgestellt. Es ging jedoch bei mäßigem Verkehr durch Alleen. Insgesamt ein recht beschauliches Fahren.

Mit den bewaldeten Hügeln war es ab sofort zu Ende. Ich fuhr in relativ dichtem Verkehr auf der gut ausgebauten Landstraße durch die Ebene. Viel gab es hier nicht zu sehen. Ein paar Maisfelder, ein paar Industriegebiete, hin und wieder eine Taverne oder ein Café. Leider hatten letztere um diese Uhrzeit (es war schon nach 14 Uhr) bereits alle geschlossen. Deshalb musste ich meine nächste Pause an einer ziemlich trostlosen Tankstelle einlegen. Immerhin gab es einen ordentlichen Caffè für 1,30€.

Die einzige Abwechslung auf dieser Strecke waren die zahlreichen Kreisverkehre. Ungefähr alle ein bis zwei Kilometer ein Kringel. Von zügigem Fahren konnte deshalb nicht die Rede sein.

Glücklicherweise konnte ich auf den letzten 15 Kilometern von der Hauptstraße Richtung Venedig runterfahren. Ab da ging es dann durch Felder und Weinberge, wobei diese keine Berge waren, denn sie standen ja in der platten Ebene. Noch ein paar Kurven und Ecken gefahren und ich erreichte Oderzo, mein heutiges Ziel.

Insgesamt war das heute mehr oder weniger ein Fahrtag. Die Landschaft wurde immer weniger abwechslungsreich. Kein Vergleich zu den vergangenen Tagen und Wochen. Inklusive der beiden kurzen Pausen war ich etwa fünfeinhalb Stunden unterwegs, deshalb Iron Butt Day.

Nun war ich ja schon gefühlte hundertmal in Italien, aber heute Abend gab‘s eine Premiere: Meine erste Pizza in dem Land. Erinnert irgendwie an Zonen-Gaby.

So wie die Einheimischen um mich herum habe ich sie in tortenähnliche Stücke geschnitten, die Spitze umgeklappt und dann aus der Hand gegessen. Sieht man so auch selten in deutschen Pizzerien. Dazu gab‘s das vom Etablissement speziell zu dieser Pizza „Le Jardin de la Mama“ empfohlene Double IPA „Machete“ mit 7,6 Umdrehungen aus lokaler Manufaktur. Hick!