Lamía - Piräus
Abfahrt gegen 10:00 Uhr in Lamía. Nachdem ich mich aus dem Gewirr der Altstadt wieder herausgekämpft hatte, ging es in Richtung Iti-Gebirge. Das war wunderschön zu fahren. Jedoch gleicht der Straßenbelag teilweise Waschbeton, so dass ich höllisch aufpassen musste. Ein letzter Blick auf Lamía und das Meer, dann ging es in die tiefen Schluchten.
Ich hätte alle paar Kilometer anhalten können, um ein Foto zu machen. Tolle Landschaft, pittoreske Dörfchen, sehr schön zu fahren. Vorbei am Parnassos-Nationalpark ging es nach Delphi. Wie schon in der Matka-Schlucht in Nordmazedonien war ich auch hier leider nicht der einzige, der sich das Orakel angucken wollte. Busse, PKWs – tausende Touristen.
Das Schöne an den Gebirgen und den Hügelketten, durch die ich fuhr, sind aber nicht nur die Straßen und die vielen Kurven. Es wurde etwas frischer, was mir sehr gut tat.
Nachdem ich dann aus den Hügeln heraus wieder durch flaches Land fuhr traf mich die Hitze im wahrsten Wortsinne frontal. Denn der Fahrtwind kühlte überhaupt nicht mehr; vielmehr war die Luft so heiß, dass ich riskierte, mir den Rüssel zu versengen. Also fuhr ich die ganze Zeit mit geschlossenem Visier. Die letzten 30 km vor Athen fuhr ich durch verbranntes Land. Hier hatten die Waldbrände ordentlich gewütet, und es gab nur verkohlte Baumleichen auf den Hängen.
Der Verkehr wurde immer dichter, teilweise Stop and Go, was mir natürlich überhaupt nicht gefiel. Und, wie bereits einmal gesagt, ist Stadtverkehr auf dem Motorrad, insbesondere bei über 35° im Schatten, keine Freude.
Zu allem Überfluss gibt es rund um mein Hotel auch noch Straßenbauarbeiten. D.h. es ist weiträumig alles abgesperrt, und ich bin geschlagene vier mal im Kreis gefahren, bis ich ein Loch fand. Ich fuhr einfach gegen eine abgesperrte Einbahnstraße, die letzten 100 m sogar auf dem Bürgersteig, und hielt dann sozusagen vor der Haustür an.
Von meinem Balkon kann ich sogar ein paar der Fährschiffe sehen. Und die Telefonzentrale des Hotels ist wahrlich der letzte Schrei. Zum Glück gibt es morgen schon ab 6:00 Uhr Frühstück, so dass ich rechtzeitig an der Fähre nach Folegandros sein kann.
Dann sind erst mal drei Tage Ruhepause angesagt, die mir auch gut tun werden. Die vor einigen Tagen angesprochenen Kniebeschwerden haben nachgelassen, dafür schmerzt jetzt der Rücken. Wenn alte Säcke auf Reisen gehen. I tell you!
Abendessen im Fischrestaurant mit Live-Musik. Der Opi klimpert wacker auf seinem Instrument. Und eine Omi aus dem Publikum gesellt sich singend und tanzend dazu. Unbezahlbar!