Himare - Sarandë

Nach dem gestrigen Husarenritt wollte ich es heute etwas langsamer angehen lassen. Also zunächst einmal opulent frühstücken. Wobei: Wäre die Uhrzeit nicht gewesen, hätte man dieses Frühstück durchaus als Brunch bezeichnen können. Es hätte auch für drei Personen gereicht, so viel haben die Leute angeschleppt. Und „ja, das ist alles für Sie!“ Zuhause hätte ich jetzt erst mal ein Verdauungsschläfchen gemacht. Aber nix da.

Also ging es gegen 10:30 Uhr gemütlich vom Hotel los. Zunächst fuhr ich einen Teil der Strecke, die ich gestern unter Schmerzen zum Schluss bewältigt hatte, wieder in die Gegenrichtung. Dann links abgebogen und auf der sehr gut ausgebauten Straße durch‘s Gebirge gefahren. Die Landschaft ist wirklich atemberaubend. Grün bewachsene Gebirgszüge, durchschnitten von Tälern, und am Horizont schon wieder Berge.

Hier konnte ich es ordentlich in Richtung Gjirokastër laufen lassen. Es war ein nachgerade gemütliches Cruisen. Selbst ein kleiner See am Wegesrand lud zum Verweilen ein.

In Gjirokastër angekommen versuchte ich, auf die Anhöhe und in die Altstadt zu kommen. Das ging nur im ersten Gang und mit viel Kupplung und gutem Willen. Ab einer gewissen Stelle reichte aber auch das nicht mehr. Folglich musste ich inmitten einer kleinen Stichstraße wenden, um dann gaanz, gaanz vorsichtig wieder runter zu fahren.

Der Blick von außen auf diese alte Stadt war trotzdem schön. Auch die Aussicht über das Tal zum gegenüberliegenden Gebirgszug war wieder mal klasse.

Von Gjirokastër aus fuhr ich dann noch ein Stück durch die Ebene, bis ich dann irgendwann rechts abbiegen musste, um über den Höhenzug in Richtung Blue Eye zu kommen. Auf dem Weg dorthin überquerte ich auch noch den recht unspektakulären Muzine-Pass.

Dann wurde es voll touristisch, ey. Wie schon an früheren Sehenswürdigkeiten war auch am Blue Eye einiges geboten. Also mischte ich mich unter die Menge, kaufte ein Ticket für die Bimmelbahn und ließ mich zu der berühmten Quelle fahren.

Ehrlich gesagt hatte ich keine Lust, in der prallen Sonne eine halbe Stunde hin und auch wieder eine halbe Stunde zurück zu laufen. Ich hatte zwar meine Motorradklamotten an der Kasse unter Aufsicht lassen können, aber Hose und Stiefel hatte ich selbstverständlich noch an. Da investierte ich lieber die drei Euro für die Hin- und dann auch die Rückfahrt.

Das Blue Eye ist eine Karstquelle, deren tiefblaue Farbe ihr den Namen gab und von der man noch nicht mal weiß, wie tief sie wirklich ist. Was man weiß ist, dass sie pro Minute mehr als 6 m³ Wasser speit. Dieses fließt dann gemütlich durch den üppig bewachsenen Wald und wird sicherlich irgendwo münden.

Auf der Rückfahrt fuhr ich wieder an diesem Flüsschen entlang, von dem ich gestern bereits berichtet hatte. Der Wasserspiegel befindet sich ungefähr auf der Höhe der Fahrbahn.

Die letzten 25 km vom Blue Eye bis zu meinem Hotel waren dann nur noch ein Klacks. Völlig verschwitzt bin ich dort trotzdem angekommen. Der Blick von meinem Balkon entschädigt jedoch für einiges.

Fazit des Tages: Was gestern Abend vielleicht etwas übel klang, sah heute Morgen schon wieder ganz anders aus. Es war ein schöner Tag, ich konnte wieder in unzähligen Kurven die Reifen rund fahren, Pausen machte ich auch einige, und so war dieser Tag in gewissen Sinne schon wieder für’n Arsch.

Bewegte Bilder: